HAS1.News

Eigenheim-Bau im Landkreis Haßberge deutlich eingebrochen

Eisgeliebt

LANDKREIS HASSBERGE – Der Landkreis Haßberge hat im vergangenen Jahr nur 171 Wohnungen in neu gebauten Ein- und Zweifamilienhäusern hinzubekommen. Am Anfang des Jahrzehnts (2020 bis 2022) sah das noch deutlich besser aus: Im Schnitt entstanden damals 219 Wohnungen pro Jahr – 48 mehr als aktuell.

Das geht aus einer regionalen Wohnungsmarkt-Untersuchung des Pestel-Instituts hervor, die Teil der Studie „Soziale Aspekte des Wohneigentums“ im Auftrag der Schwäbisch Hall-Stiftung „bauen – wohnen – leben“ ist. Die „Eigenheim-Flaute“ trifft nach Angaben des Instituts vor allem die regionale Wirtschaft: Matthias Günther, Chef-Ökonom des Pestel-Instituts, beziffert den Umsatzverlust durch den eingebrochenen Neubau von Ein- und Zweifamilienhäusern im Landkreis Haßberge im vergangenen Jahr auf 30,3 Millionen Euro – betroffen seien vor allem Bauunternehmen, Handwerker, Architekten und Planer im Landkreis Haßberge und der Region. Zudem hänge daran mehr: vom Grundstückskauf über die Innenausstattung bis zur Gartengestaltung.

Doggenclub
Krapfenschmaus Schweinfurt

Mike Kammann, Vorsitzender des Kuratoriums der Schwäbisch Hall-Stiftung und Vorstandsvorsitzender der Bausparkasse Schwäbisch Hall, sieht besonders die 25- bis 45-Jährigen betroffen: Die Chancen, im Landkreis Haßberge ein Haus zu bauen oder eine Immobilie zu kaufen, sänken immer weiter. Wohneigentum sei bei durchschnittlichem Einkommen oft nur mit familiärer Unterstützung, etwa einem vorgezogenen Erbe, erreichbar. Aus der „Nestbauer-Generation“ drohe eine „Generation Miete“ zu werden.

Eisgeliebt in Schweinfurt - Premium-Eis

Kammann fordert, Wohneigentum dürfe nicht zum Luxus werden; wer dafür arbeite und spare, müsse es sich auch leisten können – notfalls auch mit Konsumverzicht. Zugleich müsse der Staat den Erwerb von Wohneigentum wieder stärker fördern. Günther kritisiert, der Bund lasse Menschen, die sich Wohneigentum anschaffen wollten, derzeit im Stich, und fordert einen „Wohneigentumsplan des Bundes“ mit verbindlichen Quoten auch auf Länderebene, gekoppelt an Förderprogramme für Haushalte mit mittlerem Einkommen im Landkreis Haßberge.

Als Beispiel für eine wirksame frühere Förderung nennt Günther das Baukindergeld: Jeder Förder-Euro habe 3,70 Euro an staatlichen Einnahmen nach sich gezogen. Die Einstellung dieses Programms sorge in der Branche für Unverständnis. Aus Sicht des Pestel-Instituts ist Wohneigentum zudem ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge, da die Miete im Alter weiter steige und mehr Menschen – auch im Landkreis Haßberge – in die Altersarmut dränge. Kammann fordert, den Abwärtstrend beim Wohneigentum in Bayern zu stoppen und umzukehren – dies entlaste auch den Mietmarkt und stärke die regionale Wirtschaft, da Wohnraummangel zunehmend zum Hindernis bei der Fachkräftegewinnung werde.

Das Pestel-Institut fordert, Bayern und Deutschland langfristig mehrheitlich vom Mieter- zum Eigentümerland zu machen – eine Eigentumsquote von 50 Prozent und mehr wie in Österreich, den Niederlanden oder Schweden würde mehr Wohnraum und soziale Stabilität schaffen.


Naturfreundehaus
Alle Angaben ohne Gewähr!
Fotos sind ggf. beispielhafte Symbolbilder!
Kommentare von Lesern stellen keinesfalls die Meinung der Redaktion dar!

Pixel ALLE Seiten (Stand 21.04.26)